Wer eine KI-Lernplattform für Unternehmen oder Bildungseinrichtungen auswählt, steht vor einer unübersichtlichen Marktlage mit über 200 Anbietern allein im deutschsprachigen Raum.
Bewertungen statt Pilotphase
Der häufigste Fehler ist die Auswahl einer Plattform ausschließlich auf Basis von Online-Bewertungen. Bewertungsportale bilden selten ab, wie gut eine Plattform zur eigenen Lernkultur passt. Eine interne Pilotphase von mindestens 4 Wochen mit einer Gruppe von 8 bis 12 Personen liefert belastbarere Daten als jede externe Rezension.
Technische Anforderungen werden unterschätzt
KI-Plattformen mit adaptiven Lernpfaden benötigen zuverlässige Internetverbindungen mit mindestens 10 Mbit/s pro Nutzer. Schulen und kleinere Betriebe scheitern häufig nicht am Tool selbst, sondern an der Infrastruktur. Vor der Einführung sollte eine Netzwerklastanalyse stattfinden.
Integration in bestehende Systeme fehlt
Wird eine Lernplattform parallel zu einem bestehenden LMS betrieben, ohne dass Daten synchronisiert werden, entstehen Doppelstrukturen. Lernende tragen dann Ergebnisse manuell ein oder nutzen das neue System schlicht nicht. Mindestens eine API-Schnittstelle zum vorhandenen System sollte vor Vertragsabschluss geprüft werden.
Lizenzmodelle ohne Nutzungsanalyse
Pauschallizenzen für 500 Nutzer klingen günstig, bis festgestellt wird, dass nach 3 Monaten nur 60 Personen aktiv lernen. Ein nutzungsbasiertes Modell ist in solchen Fällen wirtschaftlicher, auch wenn der Einstiegspreis höher wirkt.